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So begann es ...

Foto 02-vertDie Musikkapelle Reith im Alpbachtal im Jahre 1906

Schon im späteren Mittelalter sorgten bei festlichen Aufzügen und Turnieren Trompeten, Posaunen und Pauken für musikalische Umrahmung. Zum Tanz und beim Mahl unterhielten Pfeifer. Nach und nach führte das Spielen auf Blasinstrumenten zum Ausbau verschiedener Stimmregister, wie man sie schon auf einer Abbildung des bekannten Triumphzuges von Kaiser Maximilian sehen kann.

Die Entstehung der heutigen Blasmusikkapellen hängt vor allem mit dem Aufschwung der Militärkapellen im 19. Jahrhundert zusammen. Diese wurden wiederum von der türkischen Janitscharenmusik angeregt. Voraussetzung dafür war die Einführung des Gleichschrittes um 1750. Nach dem Wiener Kongress von 1815 wurden die Schwegler, Trompeter, Posauner und Pauker zum heutigen Klangkörper ausgebaut. Seither sind die Musikkapellen nicht nur wegen ihrer musikalischen sondern auch aufgrund der gesellschaftlichen Werte nicht mehr wegzudenken.

Den Grundstein für die heutige Musikkapelle Reith im Alpbachtal sollen musikfreudige Gesellen der Schmiedewerkstatt Locham gelegt haben. An diesem Ort, der sich an der Verengung des Alpbachtales Richtung Alpbach befindet, sollen sich die Schmiedegesellen ihre karge Freizeit mit dem Spielen ihrer Blasmusikinstrumente vertrieben haben. Zuerst wohl nur zur eigenen Freude, fanden sie schon bald immermehr Zuhörer und wurden schließlich gebeten, zu den verschiedensten Anlässen aufzuspielen. So gilt heute das Jahr 1824 als Geburtsstunde der Bundesmusikkapelle Reith. Somit zählt die Musikkapelle in Reith zu den ältesten des Landes. 1832 gründete man auch in Brixlegg und Rattenberg „Musikbanden".

Musikkapelle Reith 1930Die Musikkapelle Reith während einer Prozession um 1930.

Auszug aus einem Protokoll (Abmachung)

Die am 26. IX. 1908 versammelten Musikanten vereinbarten sich auf folgende Abmachungen und machen sich durch ihre eigenhändige Unterschrift derselben verbindlich:

I.  Jeder Musikant verpflichtet sich zu jeder aufgesagten Musikprobe zu erscheinen.
II.  Jedes Nichterscheinen zu einer solchen Probe wird mit l K [eine Krone] bestraft, welche Strafe der MusikKassa zugeführt wird.
III.  Als Entschuldigungsgrund gilt erwiesene Krankheit u. andere wichtige vom Vorstand (Kapellmeister) zu entscheidende Gründe.
IV.  Durch Überweisung erheuchelter Krankheit zahlt jeder die doppelte Strafgebühr, d. i. 2 K (zwei Kronen).
V.  Nach dreimaliger überwiesener Erheuchelung wird ausgewiesen u. hat derselbe die Uniform an die Musik (Kapellmeister) abzuführen.
VI.  Bei vorauszusehender notwendiger Abwesenheit bei Musikproben kann der Musikante beim Kapellmeister nötige Erlaubnis (Entschuldigung) ansuchen.
Reith, am 26. 9.1908

VII.  (Nachtrag)
Wer sich
a.) der Entscheidung d. Kapellmeisters punkto Erlaubnis (Entschuldigung) nicht fügen will, kann an die Musikkapelle innerhalb 14 Tagen appellieren.
b.) Daselbst gilt der Entscheid von 2/3 der anwesenden Musikanten;
c.) Anwesend müssen sein wenigstens 9 Musikanten (Kapellmeister ausgenommen).

Johann Schüßling, Johann Hechenblaikner, Joh. Naschberger, Andrä Moser, Michl Madersbacher, Hanns Schnitzer, Florian Eder, Georg Hechenblaikner, Jakob Einberger, David Madersbacher, Peter Naschberger, Jos. Eder, Josef Zwinger, Leonhard Hechenblaikner, Alois Astner, Peter Thaler, Leonhard Thaler, Johann Schneider, Alois Hechenblaikner, Johann Thaler, Simon Fürst, Ballhäuser Maier.
1921 war der. Reither Kapellmeister Josef Eder Mitbegründer des Musikbundes Rattenberg, dem verständlicherweise im gleichen Jahr auch die Musikkapelle Reith beitrat. In einem Protokoll vom 26. Juni 1922 wurde seitens der Gemeinde festgehalten, wie die in diesem Jahr angeschaffte Uniform zu behandeln sei. Dafür gab es genaue Regeln. Die Uniform vom Protokollschreiber übrigens als „der Uniform" bezeichnet bestand aus Hut und Rock. Die Hose hatte wohl jeder selbst beizustellen. Welche Auflagen seitens der Gemeinde aufgelistet wurden, sei im Folgenden zitiert:

Protokoll für die Musikkapelle Reith 1922 Bedingungen der Gemeinde Reith für die Musikkapelle Die Gemeinde Reith hat ihrer Musikkapelle im Jahre 1922 einen Uniform gekauft, Hut und Rok unter gewissen Bedingungen und zwar...

1. Punkt: Jeder Musikant ist verpflichtet auf den empfangenen Uniform drauf zuschauen das er nicht beschmutzt oder gerissen wird.

2. Punkt: Und wenn es nachlässigerweise trotzdem geschieht, so muss derselbe den Schaden gutmachen.

3. Punkt: Erst nach Ablauf von 10 Jahre, vom Tage des Empfanges an gerechnet, kann der Uniform als Eigentum betrachtet werden.

4. Punkt: Wenn ein Musikant austritt, oder ausgeschieden wird, muss derselbe den Uniform, solange er nicht sein Eigenthum ist, der Kapelle zurückgeben und zwar im guten Zustand. Diese Bedingungen hat jeder Musikant, mit seiner eigenhändigen Unterschrift zu bestätigen. Unterschrift der Musikanten, welche einen Uniform empfangen haben. 

Geschichte BMK Reith Die Musikkapelle Reith präsentierte 1922 die neu angschaffte Uniform vor dem heutigen "Hotel Kirchenwirt".

Im Juli 1927 wurde in Reith der Burschenverein gegründet, um die katholischen schulentlassenen Männer „sittlich, geistig und leiblich" zu fördern, zu schützen und auf den Beruf vorzubereiten. Dazu gehörten auch Instrumentalmusik und Gesang. Aus diesem Grund dürfte der Burschenverein wohl auch eng mit der Musikkapelle zusammengearbeitet haben. Im Jahre 1937 erhielt die Musikkapelle eine eigene Tracht. Sie war vom Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck empfohlen worden und wurde anlässlich der Prozession am Herz-Jesu-Sonntag erstmals getragen. Die ganze Bevölkerung half zusammen, um dies zu ermöglichen. Die Gastwirtstochter Marie Hundsbichler (Stocker) stiftete eine neue Schleife für den Tambour. Doch lange sollte die Freude nicht andauern, denn schon ein Jahr später brach der 2. Weltkrieg aus. Am 11. Juli 1938 wurden von den Nationalsozialisten sämtliche Treffen und Zusammenkünfte von Vereinen, Organisationen und Verbänden verboten. Es folgte eine schwere Zeit, die meisten Männer waren im Krieg und somit die Musikkapelle nicht mehr spielbereit. Erst 1947 konnte der Spielbetrieb unter der Leitung von Kapellmeister Franz Madersbacher wiederaufgenommen werden.

Geschichte BMK Reith

Kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges unter der Führung vom Tambourmajor Johann Hundsbichler (Stocker Hansl).

1951 wurden zum ersten Mal Obmann, Obmannstellvertreter, Kassier und Schriftführer gewählt. Bis dahin lagen sämtliche Funktionen in den Händen des Kapellmeisters. Bei der Beschaffung von Instrumenten wurden keine Mühen gescheut und manchmal auch „illegale" Wege beschriften. Mit dem Aufschwung des Fremdenverkehrs erfolgte auch der ständige Aufbau der Musikkapelle, die aus dem heutigen Dorfgeschehen nicht mehr wegzudenken ist. Neben der Verschönerung von kirchlichen und weltlichen Festen werden auch Platzkonzerte, Auftritte in näherer und weiterer Umgebung sowie im Ausland durchgeführt. Dass sich die Reither Musikanten alle sieben Jahre beim „Reither Nikolausspiel" auch als Theaterspieler betätigen ist von ganz außergewöhnlicher Bedeutung und wird in einem eigenen Kapitel behandelt. Das "Reither Nikolausspiel wurde 2014 offiziell in das österreichische Verzeichnis des UNESCO Immateriellen Kulturerbes aufgenommen (z.Zt. österreichweit 77 Eintragungen).

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Beim Bezirksmusikfest in Rattenberg Ende der 30er Jahre unter Kapellmeister Franz Madersbacher.

Geschichte BMK Reith

Die Musikkapelle Reith im Jahr 1961 unter Kapellmeister Johann Madersbacher, Obmann Josef Lintner und Regimentstambourmajor Johann Hundsbichler. Marketenderinnen: Annemarie Huber und Hilda Hechenblaikner.

Von großer Bedeutung für die Musikkapelle ist heute die Landesmusikschule Kramsach mit ihrer Expositur in Reith. Dort finden die Jungmusikanten eine solide und perfekte Ausbildung. Unter der Leitung von Kapellmeister Adolf Madersbacher konnten nicht nur die musikalischen Leistungen, sondern auch der Zustrom von Jungmusikanten erheblich gesteigert werden. Schon in den ersten drei Jahren der Musikschule in Reith konnten neun Jungmusikanten auf verschiedenen Instrumenten das „Leistungsabzeichen in Bronze" erfolgreich ablegen. So wird der Klangkörper der Bundesmusikkapelle, der auf 60 Mitglieder angestiegen ist, verstärkt. Im April 1999 wurde mit der Erweiterung und dem Umbau des Probelokals begonnen, dass anlässlich der 175JahrFeier offiziell seiner Bestimmung übergeben werden kann.

 

Geschichte BMK ReithDie Bundesmusikkapelle Reith im Jahre 1999.


Bis zum Jahr 2006 war die BMK Reith i. A. eine reine Männerdomäne. Mit Mariana Auer wurde dann die erste Musikantin in der Musikkapelle aufgenommen.




Im September 2012 übernahm Franz Rendl die Arbeit als Chronist der Bundesmusikkapelle Reith im Alpbachtal.

Chronist Franz Rendl

Zuvor erledigte diese Arbeit Greti Pfurtscheller für mehr als 20 Jahre. Während Greti die Chronik mit Fotos und handschriftlich führte, fertige ich seit 2012 die Chronik als Fotobuch an. Grundsätzlich ist mein Ziel alle Aktivitäten der Bundesmusikkapelle Reith im Alpbachtal für die Nachwelt festzuhalten. Mir persönlich ist es wichtig, die Arbeit meiner Vorgängerin Greti Pfurtscheller so zu belassen wie Sie Ihre Arbeit als Chronistin sah und ausführte. Sollte ich jedoch für die Bundesmusikkapelle Reith im Alpbachtal wichtige Daten oder Bilder aus den vergangenen Jahren bekommen, werde ich versuchen diese passend in die Jahreszusammenstellung einzufügen, so als eine Art "Seinerzeit". Als Fotobücher sind bisher die Jahreschroniken 2012 und 2017 erschienen. Das Spieljahr 2011 vom "Alten Reither Nikolausspiel" wurde separat auf 96 Seiten als Fotobuch festgehalten. Auch die Auslandsfahrt zum Bürgerschützenverein Uelsen im Juli 2013 wurde auf 24 Seiten für die kommenden Musikgenerationen in Bild und Wort verewigt.



Im April 2014 wurde die Erweiterung des Probelokals um zusätzliche Räumlichkeiten begonnen und 2015 erfolgreich abgeschlossen. Die Arbeiten wurden großteils in Eigenregie durchgeführt.

2018 haben wir unseren Höchststand mit 68 Aktiven (davon 14 Musikantinnen) plus 4 Marketenderinnen plus 1 Kapellmeister.

Seit Jahren hat sich auch das Saisoneröffnungskonzert etabliert welches immer am Pfingstsonntag stattfindet. Ansonsten sind wir bei den wöchentlich stattfindenden Platzkonzerten im Sommer, bei Prozessionen, kirchlichen Festen, Frühschoppen, Umzügen und auch immer wieder bei Auslandsfahrten das ganze Jahr über im Einsatz.